{"id":927,"date":"2024-12-21T10:19:49","date_gmt":"2024-12-21T10:19:49","guid":{"rendered":"https:\/\/postsovietleft.org\/?p=927"},"modified":"2024-12-21T10:19:50","modified_gmt":"2024-12-21T10:19:50","slug":"weg-von-folter-und-autoritarem-kriegszwang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/2024\/12\/21\/weg-von-folter-und-autoritarem-kriegszwang\/","title":{"rendered":"Weg von Folter und autorit\u00e4rem Kriegszwang"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Menschenrechte und sofortige Friedensverhandlungen f\u00fcr eine souver\u00e4ne Ukraine<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine transnationale Gruppe von Ukrainerinnen und Ukrainern, die sich im Exil neu organisiert haben, tritt in europ\u00e4ischen St\u00e4dten an die \u00d6ffentlichkeit, um auf die gravierenden Menschenrechtsverletzungen und autorit\u00e4ren Praktiken im Zusammenhang mit der milit\u00e4rischen Mobilisierung in der Ukraine aufmerksam zu machen.&nbsp;Unterst\u00fctzt werden sie dabei von der Post-Soviet Left (PSL), in der sich auch russische Antikriegsaktivistinnen und -aktivisten zusammengeschlossen haben, um gemeinsam ein Ende der Gewalt, die Achtung der Menschenrechte sowie eine souver\u00e4ne, demokratische Zukunft f\u00fcr die Ukraine einzufordern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erste Protestaktionen am 21. Dezember:<\/strong><br>Diese erste Runde von Demonstrationen findet am 21. Dezember an mehreren Orten in Europa statt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Berlin: 13:00 Uhr am Brandenburger Tor<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6ln: 13:30 Uhr am Bahnhofsvorplatz<\/li>\n\n\n\n<li>Paris: 16:30 Uhr an der Avenue de Saxe, auf der Seite des Place de Breteuil<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Mit diesen Aktionen soll verhindert werden, dass europ\u00e4ische Medien und politische Entscheidungstr\u00e4ger weiterhin die institutionalisierte Gewalt und die gravierenden Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine ignorieren. Bereits f\u00fcr weitere Runden der Proteste haben sich zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzer aus anderen EU-L\u00e4ndern angek\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Situation in der Ukraine:<\/strong><br>Laut dem Beauftragten der Werchowna Rada f\u00fcr Menschenrechte, Dmytro Lubinez, hat sich die Zahl der Beschwerden \u00fcber Rechtsverletzungen durch Einberufungszentren im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht (1). Selbst F\u00e4lle von Folter durch Angeh\u00f6rige dieser Zentren werden inzwischen in regierungsnahen und Mainstream-Medien thematisiert (2). Doch statt diesen alarmierenden Berichten Beachtung zu schenken, reagieren westliche Medien und politische Entscheidungstr\u00e4ger bislang zumeist mit Schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig zeigt die ukrainische Bev\u00f6lkerung immer deutlicher ihr Bed\u00fcrfnis nach einer raschen Beendigung des Krieges. Laut einer Gallup-Umfrage bef\u00fcrworten 52\u202f% der Befragten Verhandlungen zur sofortigen Beendigung des Konflikts (3). Eine weitere Umfrage des Zentrums \u201eSoziales Monitoring\u201c ergab, dass 64\u202f% der Ukrainerinnen und Ukrainer Verhandlungen zur Eind\u00e4mmung der Kampfhandlungen bef\u00fcrworten (4).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Strukturelle Gewalt und mangelnde Rechtsstaatlichkeit:<\/strong><br>In ukrainischen Medien wird offen \u00fcber die systematische Brutalit\u00e4t berichtet \u2013 Schlagzeilen wie \u201eKomissariaten k\u00f6nnen alles: Warum werden Wehrkommissare nicht f\u00fcr Schl\u00e4ge, Entf\u00fchrungen und Folter an Ukrainern bestraft?\u201c (5) sind keine Seltenheit. Doch wer versucht, diese \u00dcbergriffe anzuzeigen, st\u00f6\u00dft schnell auf Widerst\u00e4nde. Polizei und Staatsanwaltschaft greifen oft erst ein, wenn \u00f6ffentlicher Druck in den sozialen Netzwerken entsteht. Europ\u00e4ische Medien und Politik hingegen scheinen diesen systemischen Missst\u00e4nden weiterhin wenig Aufmerksamkeit zu schenken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Internationale Verantwortung:<\/strong><br>W\u00e4hrend die Rolle Russlands bei der Eskalation des Konflikts unbestreitbar ist, muss auch die ukrainische Regierung f\u00fcr ihr Vorgehen zur Verantwortung gezogen werden. Eine Politik, die auf Zwang, Gewalt und die systematische Unterdr\u00fcckung grundlegender Rechte setzt, ist mit den Werten und Prinzipien echter Demokratie unvereinbar. Eine bedingungslose Unterst\u00fctzung durch NATO-Staaten und die anhaltende Abschiebepraxis russischer Jugendlicher aus Deutschland, die in ihrer Heimat keine Perspektive haben, verl\u00e4ngern das Leiden und lassen den Konflikt weiter eskalieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unsere Forderungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Druck auf die ukrainische Regierung:<\/strong>\u00a0Sofortige \u00d6ffnung der Grenzen f\u00fcr ukrainische B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, um das Land nicht in ein \u201eGef\u00e4ngnis\u201c zu verwandeln.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Beendigung der Zwangsmobilisierung:<\/strong>\u00a0Sofortiger Stopp der erzwungenen und unbegrenzten Einberufungen, die grundlegende Menschenrechte verletzen. Eine solche Politik darf nicht von Parteien oder Staaten unterst\u00fctzt werden, die Menschenrechtsprinzipien ernst nehmen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Demokratische Wahlen jetzt:<\/strong>\u00a0Freie, demokratische Neuwahlen, um der ukrainischen Bev\u00f6lkerung wieder die M\u00f6glichkeit zu geben, aktiv Einfluss auf die Handlungen ihrer politischen F\u00fchrung zu nehmen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Internationale Kontrolle:<\/strong>\u00a0Unabh\u00e4ngige Untersuchungen und internationale Mechanismen, um Gewalt, Willk\u00fcr und Folter in Einberufungszentren zu stoppen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Aufarbeitung institutionalisierter Gewalt:<\/strong>\u00a0Konsequente Benennung und Ahndung der pers\u00f6nlichen Verantwortung von Pr\u00e4sident Selenskyj und anderen Entscheidungstr\u00e4gern f\u00fcr autorit\u00e4re Strukturen und Menschenrechtsverletzungen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus fordert der Zusammenschluss die Beendigung der Abschiebung russischer Jugendlicher aus Deutschland. Nur ein konsequentes Eintreten f\u00fcr Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, verbunden mit dem sofortigen Beginn von Friedensverhandlungen, kann eine souver\u00e4ne, demokratische und lebenswerte Zukunft f\u00fcr die Ukraine gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p>[1]&nbsp;<strong>Dmytro Lubinez, Ombudsmann der Werchowna Rada f\u00fcr Menschenrechte:<\/strong><br>\u201eDie Anzahl der Beschwerden \u00fcber Rechtsverletzungen durch Rekrutierungszentren hat sich verdreifacht.\u201c<br><a href=\"https:\/\/www.pravda.com.ua\/news\/2024\/09\/2\/7473032\/\">https:\/\/www.pravda.com.ua\/news\/2024\/09\/2\/7473032\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[2]&nbsp;<strong>Berichte in Mainstream- und regierungsnahen Medien:<\/strong><br>\u201eDer Kreis hat sich geschlossen: Wie reagieren die Gerichte auf die \u201aBusifizierung\u2018\u2026?\u201c<br><a href=\"https:\/\/news.telegraf.com.ua\/ukraina\/2024-10-27\/5883377-kolo-zamknulosya-yak-reaguyut-na-busifikatsiyu-sudi-i-chomu-ttsk-stali-zonoyu-vilnoyu-vid-zakoniv\">https:\/\/news.telegraf.com.ua\/ukraina\/2024-10-27\/5883377-kolo-zamknulosya-yak-reaguyut-na-busifikatsiyu-sudi-i-chomu-ttsk-stali-zonoyu-vilnoyu-vid-zakoniv<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEr hat eine L\u00e4hmung und kann kaum gehen: In Transkarpatien haben Rekrutierungszentren einen Mann entf\u00fchrt und gefoltert\u2026\u201c<br><a href=\"https:\/\/tsn.ua\/ukrayina\/maye-paralich-y-vazhko-hodit-na-zakarpatti-tck-vikrali-y-katuvali-cholovika-nepridatnogo-do-sluzhbi-zmi-2521315.html\">https:\/\/tsn.ua\/ukrayina\/maye-paralich-y-vazhko-hodit-na-zakarpatti-tck-vikrali-y-katuvali-cholovika-nepridatnogo-do-sluzhbi-zmi-2521315.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[3]&nbsp;<strong>Gallup-Umfrage:<\/strong><br>\u201eDie H\u00e4lfte der Ukrainer w\u00fcnscht sich ein rasches, ausgehandeltes Kriegsende.\u201c<br><a href=\"https:\/\/news.gallup.com\/poll\/653495\/half-ukrainians-quick-negotiated-end-war.aspx\">https:\/\/news.gallup.com\/poll\/653495\/half-ukrainians-quick-negotiated-end-war.aspx<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[4]&nbsp;<strong>Umfrage des Zentrums \u201eSoziales Monitoring\u201c:<\/strong><br>\u201eDie Mehrheit der Ukrainer bef\u00fcrwortet Verhandlungen \u00fcber eine \u201aEinfrierung\u2018 des Krieges\u2026\u201c<br><a href=\"https:\/\/news.obozrevatel.com\/ukr\/society\/bilshist-ukraintsiv-pidtrimuyut-peregovori-schodo-zamorozki-vijni-rezultati-opituvannya.htm\">https:\/\/news.obozrevatel.com\/ukr\/society\/bilshist-ukraintsiv-pidtrimuyut-peregovori-schodo-zamorozki-vijni-rezultati-opituvannya.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[5]&nbsp;<strong>Ukrainische Medienberichte:<\/strong><br>\u201eRechtslosigkeit in den Rekrutierungszentren: Warum werden Wehrkommissare nicht f\u00fcr Schl\u00e4ge, Entf\u00fchrungen und Folter an Ukrainern bestraft?\u201c<br><a href=\"https:\/\/expert.in.ua\/society\/06042024-bezzakonnya-ttsk-chomu-vijskkomiv-ne-karayut-za-pobyttya-vykradennya-ta-katuvannya-ukrayintsiv\/\">https:\/\/expert.in.ua\/society\/06042024-bezzakonnya-ttsk-chomu-vijskkomiv-ne-karayut-za-pobyttya-vykradennya-ta-katuvannya-ukrayintsiv\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschenrechte und sofortige Friedensverhandlungen f\u00fcr eine souver\u00e4ne Ukraine Eine transnationale Gruppe von Ukrainerinnen und Ukrainern, die sich im Exil neu organisiert haben, tritt in europ\u00e4ischen St\u00e4dten an die \u00d6ffentlichkeit, um auf die gravierenden Menschenrechtsverletzungen und autorit\u00e4ren Praktiken im Zusammenhang mit der milit\u00e4rischen Mobilisierung in der Ukraine aufmerksam zu machen.&nbsp;Unterst\u00fctzt werden sie dabei von der Post-Soviet [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-927","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/927","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=927"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/927\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":928,"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/927\/revisions\/928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=927"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=927"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/postsovietleft.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=927"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}